Eisenbahn im Film  –  Rail Movies 
 

 

 

 

The Biggest Bundle of Them All

 

Art: Spielfilm
Produktion: USA 1968
Regie: Ken Annakin
Farbe: Technicolor
Laufzeit: 105'
Deutscher Verleih-Titel: „Die Platinbande“

 

Inhalt

Eine Bande von ziemlich dilettantischen, amerikanischen Kleinganoven um Harry Price (Robert Wagner) entführt in der Gegend von Neapel den vermeintlich wohlhabenden Ex-Gangster Cesare Celli (Vittorio de Sica), um sich dank dem erpressten Lösegeld nach Südamerika absetzen zu können. „Don Cesare“ jedoch ist nur noch reich an Erinnerungen an seine glorreichen Taten in der Vergangenheit, weshalb er seinen letzten großen Coup landen und einen Platin-Transport im Wert von fünf Millionen US-Dollar überfallen will.

 

Eisenbahn

Die Dreharbeiten fanden größtenteils an den Originalschauplätzen in Italien statt, wobei aber beispielsweise das Umschlagen der Platin-Ladung im Hafen von Taranto sicherlich auch in Neapel – unter Einsatz einer Rangierlok vom Typ D245 der Italienischen Staatsbahn (FS) – gedreht wurde.

Nicht so der Überfall selbst, für dessen Inszenierung offensichtlich nach Frankreich ausgewichen werden musste, wie aus der Zusammensetzung des Zuges hervorgeht. Vorneweg eine „Mikado“ der SNCF-Baureihe 141R, anschließend etwa ein Dutzend geschlossene zweiachsige Güterwagen, gefolgt vom Spezialwaggon mit dem Platin (und dem Wachpersonal) an Bord. Beim am Schluss laufenden Güterzugbegleitwagen handelt es sich ebenso wenig um den charakteristischen Dm99 der FS, sondern wiederum um einen – wenn auch leicht modifizierten – geschlossenen Güterwagen.

Mutmaßlich erhielt die Filmcrew entweder keine Drehgenehmigung von der „Ferrovie dello Stato“ oder der beim Überfall verwendete Sherman-Panzer (ex US-Army) war vor Ort nicht verfügbar. Wie auch immer: Die Güterwagen sind – soweit feststellbar – bei der FS immatrikuliert und auch die Führerstand-Anschriften der 141R wurden für die Dreharbeiten entsprechend angepasst. Wo genau sich aber der betreffende Streckenabschnitt befindet, lässt sich von meiner Seite nicht feststellen. Plausibel wäre etwa die Südrampe der Tenda-Linie von Nice (Nizza) nach Breil sur Roya.

Die Lok – 141R der SNCF

Bei der Baureihe 141R (Achsfolge 1’D1’) handelt es sich um eine US-amerikanische Konstruktion, welche nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des „Marshall-Plans“ in großer Zahl an die SNCF geliefert wurde und damit das Rückgrat des französischen Dampfbetriebs bildete. Von den total 1340 bestellten Einheiten versanken jedoch sechzehn Loks beim Untergang des Transportschiffes „Bel Pamela“, und eine weitere ging beim Entladen zu Bruch. Die restlichen 1323 „Mikados“ wurden ab 1947 in ganz Frankreich eingesetzt, wo die Schlepptenderloks – 609 davon mit einer Ölfeuerung versehen und deshalb als „mazoutières“ bezeichnet – für alle möglichen Dienste verwendet wurden. Während in der Region Nord schwere Stahl- und Kohlezüge befördert wurden, kamen die unempfindlichen und wartungsfreundlichen Maschinen in der Region Sud Est vor noblen Expresszügen wie dem „Train Bleu“ oder „Mistral“ zum Einsatz. Bis zu ihrer Ausmusterung Anfangs der 1970er Jahre hatten einige 141R eine Laufleistung von gegen zwei Millionen Kilometer erbracht.

 

Autor dieser Filmbesprechung: Manuel Gurtner
Online: 08.12.2002
html-Status: 13.10.2009

 

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